BAKJ Kongress vom 11. - 13. Nov 2011 in Berlin
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- Während des Kongress Wochenendes werden wir für euch dauernd telefonisch unter folgender Nummer erreichbar sein:
- 0176/39 36 38 39
"GRENZEN LOS WERDEN"
Grenzen werden überall gezogen: Sowohl als Abschottung nach außen als auch innerhalb der Gesellschaft und nicht zuletzt in unseren Köpfen. So unterschiedlich ihre Formen auch sein mögen – die Prozesse der Grenzziehung sind eng miteinander verknüpft und werden über immer neue rechtliche sicherheitspolitische Mechanismen realisiert.
Die Migrationsabwehr steht im Mittelpunkt der europäischen Agenda von Justiz- und Innenminister_innen und die Verwaltung von Migration sowie die Militarisierung des Mittelmeers sind bereits weit voran geschritten. Dabei bildet die Abschottung nach außen nur die Spitze systematischer Ausgrenzung und umfassender Kontrolle von Flüchtlingen und Migrant_innen, die sich innerhalb der europäischen Staaten fortsetzt: im deutschen Asyl- und Aufenthaltsrecht, im Schengener Informationssystem bis hin zur willkürlichen Hürde der Integration.
Nahtlos anschließend an die Migrationsbekämpfung problematisiert dabei der Diskurs über innere Sicherheit vordergründig „Migrantenjugendliche“ und fordert im gleichen Atemzug eine Verschärfung von Kontroll- und Sanktionsmechanismen. So werden fortlaufend Rassismen geschürt und die Lust am Strafen stetig neu geweckt. Eine bürgerrechtliche Kritik aber artikuliert sich regelmäßig erst, wenn der Staat allzu sehr über die Stränge schlägt. Die fortschreitende Entwicklung hin zur präventiven Sicherheitsgesellschaft wirft umso mehr die grundsätzliche Frage nach dem Zweck staatlicher Institutionen wie Knast und Polizei auf.
Wir wollen gemeinsam die dargestellten gesellschaftlichen Praktiken ebenso wie unsere eigenen hinterfragen, Alternativen diskutieren und (juristische) Handlungsoptionen ausloten. Die Workshops sind für alle Interessierten offen und richten sich nicht nur an ein juristisches Publikum.
Programmübersicht
- Freitag, 11.11.2011
- Kritisch durch’s Referendariat (Kritische Referendar_innen)
- Prozess- und Demobeobachtung (KJ/Initiative in Gedenken an Oury Jalloh) 20 Uhr: Abendessen
- Jenseits von Staat, Nation und Menschenrechten. Wie FRONTEX & Co radikal kritisieren? (Fabian Georgi)
- Wer kontrolliert die Polizei? (Heiner Busch)
- Grenzen auf für Daten – Grenzen zu für Menschen (Angela Furmaniak)
- Strafvollzug – ein notwendiges Übel? (a.r.a.p.)
- „Damit Sie sich sicher fühlen“ - Frauen im Sicherheitsdiskurs (Sarah Dellmann) 13-15 Uhr: Mittagspause [Kiezsparziergang fällt leider aus]
- Sexarbeit im Migrationsprozess (Veronica Munk)
- Überwachung im Kapitalismus (SaU - Seminar für angewandte Unsicherheit)
- Die kleinen und großen Gemeinheiten des deutschen Asyl- und Aufenthaltsrechts (Franziska Nedelmann)
- NoBorder Movement und die EU-Außengrenze in Bulgarien (No Border)
- Menschenrechte (Freunde und Förderer destruktiver Kritik von Menschenrechten und Rechtsstaat) 17.30 Uhr: Kaffee und Kuchen
- Hi(s)story? Herstory? Asyl- und Aufenthaltsrecht aus feministischer Perspektive (Doris Liebscher)
- criticizing europe - staatstheoretische Perspektiven auf die EU (Max Pichl)
- Rückwärts und vorwärts gerichtete Überwachung - Neue digitale Schnüffelwerkzeuge (Matthias Monroy)
- Workshop zu Anwält_innenkollektiven (Barbara Wessel und Undine Weyers) 14 Uhr: Mittagessen
17-20 Uhr: 1. Workshopphase
Anschließend Konzert mit „sisters in crime“ und Film und Chillen im Bethanien.
Samstag, 12.11.2011
Frühstück
10-13 Uhr: 2. Workshopphase
15-17.30 Uhr: 3. Workshopphase
18 Uhr: BAKJ-Diskussion
21 Uhr: Abendessen
Anschließend Party im Subversiv
Brunnenstr. 7, 2. Hinterhof, U8 - Rosenthaler Platz
Sonntag, 13.11.2011
Frühstück
11-14 Uhr: 4. Workshopphase
Anschließend Feed-Back Runde und Abschied
Anmeldung
Der Kongress findet im Bethanien [in den Räumen der New Yorck und der Heilpraktikschule] in Berlin-Kreuzberg statt (Mariannenplatz 2, 10997 Berlin).
Die Teilnahme an dem BAKJ Kongress ist kostenlos. Allerdings werden wir für die Verpflegung einen kleinen Unkostenbeitrag nehmen. Damit wir besser planen können, bitten wir euch euch anzumelden. Falls ihr nicht aus Berlin kommt, teilt uns bitte auch mit, ob ihr Schlafplätze braucht, damit wir auch das für euch in ausreichendem Umfang organisieren können.
E-Mail: kritischejuristinnen
gmx.net
Förderer
- Gefördert wird der Kongress unter anderm durch:
- Rosa Luxemburg Stiftung
- Hans Böckler Stiftung
- Holtfort Stiftung
- AStA der Uni Potsdam
- Netzwerk Selbsthilfe e.V.
- Sebastian Cobler Stiftung
Downloads
- Plakat (PDF, 5,2 MB)
- Programmflyer (PDF, 1 MB)
- Flyer (PDF, 1,6 MB)
- Reader (PDF, 19 MB)